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Die Formierung der ersten Feuerwehr in Grimmen


Man vermutet das die Leute mit zunehmender Konzentration des Kapitals Mitte des 19. Jhd. daran interessiert waren, Anlagen, Maschinen, Gebäude und den Wohnsitz besser vor Brandschäden zu schützen. Die alte Feuerordnung aus dem Jahre 1779 konnte den geforderten Schutz nicht gewährleisten, darum wurde eine neue Feuerordnung verfasst und am 11.02.1868 veröffentlicht. Diese stellte eine Gesetzesgrundlage für die Bildung einer Feuerwehr. Diese nannte man die Pflichtfeuerwehr, weil jeder Bürger, der in der gesundheitlichen Verfassung war, verpflichtet werden konnte.
Zu dieser gebildeten Feuerwehr gehörten zwei Spritzenhäuser, die mit je einer großen und kleinen Handdruckspritze ausgerüstet waren. Außerdem gehörten zum Inventar Hilfsmittel, wie zum Beispiel Eimer und Leitern.
Damit man in einem Brandfall besser reagieren konnte, fand eine Aufgaben- und Funktionsverteilung auf die verschiedenen Feuerwehrleute statt.
Die Pflichtfeuerwehr wurde durch die Stadtverwaltung einberufen und setzte sich zusammen aus:

  1.  

    Der Feuerwehrdeputation, die sich aus dem Magistratsdirigenten und zwei Mitgliedern des Repräsentenkollegiums zusammensetzte und die Aufsicht über das gesamte Feuerlöschwesen der Stadt führte.

  2.  

    Den Feuerlöschkommissaren, den Brandmeistern und den Schornsteinfegern, die dem Magistratsdirigenten als Aufsichtsbeamte zur Seite standen.

  3.  

    Den Spritzenmeistern, die das Kommando über die beiden großen Handdruckspritzen hatten. Ihnen standen je zwei Gehilfen zur Seite.

  4.  

    Den Spritzenkompagnien, zu der je Spritze 30 Personen aus der Bürgerschaft gehörten.

  5.  

    den Wasserschöpfmannschaften, die für die Wasserversorgung der Spritzen verantwortlich waren. Sie setzten sich aus je 12 Personen des Arbeitsstandes zusammen

  6.  

    Der Gespannabteilung, die die Wasserschöpfmanschtaften unterstützten und die im Brandfalle auszuführenden Transportaufgaben abzusichern hatte. Für die Gespannabteilung wurden alle Besitzer von zwei oder mehr Pferden verpflichtet.

  7.  

    Der Rettungskompagnie, die verantwortlich waren für das retten, Wegschaffen und Bewachen der in den brennenden und bedrohten vorhandenen Sachen. Außerdem sollten sie die brennenden Gebäude überwachen, damit sie vor Plünderungen geschützt sind.

  8.  

    Den Feuerarbeitern, die aus den städtischen Maurern und Zimmermännern bestimmt wurden


Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Grimmen

Lange gab es kein Feuer mehr in Grimmen und obwohl regelmäßig Übungen der Pflichtfeuerwehr stattfanden, war der Einsatz der Pflichtfeuerwehr bei dem Brand im Hinterhof des Malermeisters Teichmann nicht befriedigend. Es gab kein übersichtliches Kommando, Diebstähle und keine Absperrungen.
Zu dieser Zeit existierten bereits Freiwillige Feuerwehren in anderen Städten und Dörfern, die reichlich durch die Feuerwehrversicherungsgesellschaften unterstützt wurden.
Nachdem Brand wurde es für nötig gehalten eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.
Dazu konnte sich jeder Bürger beim Gastwirt Christian Hass in sogenannten Einzeichnungslisten dafür melden. Von den Seiten der Bürger kam großes Interesse.
Allerdings war es kein Zufall, dass man sich bei Hass anmelden sollte, denn dieser war Mitglied der Konservativen Partei und Stadtverordneter. So wurde versucht, dass nur Bürger in die Freiwillige Feuerwehr eintreten sollten, die sich nicht gegen den preußischen Staat stellten.
Ein genaues Datum zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Grimmen existiert jedoch nicht.
Es ist aber davon auszugehen, dass sie Ende 1889 bis Anfang 1890 gegründet wurde.

 

Stellung, Organisation und Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr bis 1933

Nach einem Dokument aus der zeit schloss sich die Freiwillige Feuerwehr unmittelbar nach ihrer Gründung dm "Verband der pommerschen Wehren" an, der dem "preußischen Landesfeuerverband" angehörte. Im Gegensatz zu anderen Städten blieb die Pflichtfeuerwehr neben der Freiwilligen Feuerwehr bestehen.
Sie fungierte als Reserveeinheit mit eigener Löschtechnik und Ausrüstung, wenn die Mittel der Freiwilligen Feuerwehr nicht ausreichten. Der Leiter beider Wehren war der Bürgermeister.
Der "Führer" der Freiwilligen Feuerwehr war diesem direkt unterstellt und vertrat ihn bei dessen Abwesenheit.
Bis 1933 bestand die Freiwillige Feuerwehr aus Steiger-, Spritzer, Wasser-, Absperrung- und Reservemannschaften. Die nötigen Pferde wurden von den Bürgern bereitgestellt, die dazu verpflichtet waren, wenn sie zwei oder mehr Pferde besaßen. Dabei war es egal, ob sie Mitglieder der Feuerwehr waren.
Im Jahre 1929 gab es in der Freiwilligen Feuerwehr 55 aktive und 33 passive Mitglieder. Zu den passiven Mitgliedern gehörten z.B. Unternehmer und Geschäftsleute, die die Freiwillige Feuerwehr finanziell unterstützen.
Das Gerätehaus wurde in der Norderhinterstraße errichtet. Um 1912 besaß die Feuerwehr drei Handdruckspritzen, zwei kleine und einen großen Wasserwagen, sowie kleinere Ausrüstungsgegenständen, zu denen Äxte, Leitern, Feuerhaken und Eimer gehörten.
Außerdem gab es einen Mannschafts- und Krankenwagen. Zum Bewegen dieser Technik wurden insgesamt 14 Gespann benötigt. Aus Platzgründen standen nicht alle Wasserwagen im Gerätehaus. Deshalb wurden sie auf dem Gelände der "Friedrich- Wilhelm- Wander- Schule", an Brunnen oder an der Trebelbrücke abgestellt. Im Jahre 1932 erhielt Grimmen eine Wasserspritze, die eine höhere Pumpleistung und Wasserzuführungen über weite Strecken möglich machte. Ab 1908 begann sich in der Feuerwehr eine einheitliche Uniform durchzusetzen. Die Uniformen waren nach der vom Moritz Ruhl- Verlag (Leipzig) herausgegeben und behördlich bestätigten Richtlinien "Bekleidung und Ausrüstung der preußischen Feuerwehren" zu fertigen.
Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte bis 1929 durch das Blasen des Feuerhorns und das Läuten der Kirchenglocken. Die Frisöre Preackel, Johannsen und Rädtke waren verantwortlich für das Blasen des Feuerhorns. Die Kirchenglocken läutete der Totengräber.
Im September 1929 bekam der Ratshausturm eine Sirene, welche mit komprimierter Kohlensäure betrieben wurde und in der Signalgebung zwischen Stadt- und Landfeuer unterschied.
Die besten Leistungen bei der Brandbekämpfung wurden sogar bezahlt.
Nach Paragraph 27 des Ortstatus wurden folgende Prämien gezahlt:
.
....1. Für die Alarmierung durch Hornisten bzw. Totengräber 1,50 DM
.....2. Für die zuerst an der Brandstelle angelangte Spritze 10,00 DM
.....3. Für die zweite Spritze 6,00 DM
.....4. Für den ersten Wasserwagen 6,00 DM
.....5. Für den zweiten Wasserwagen 3,00 DM
.....6. Für die erste Saugpumpe, die vor einem Wasserwagen ankam 6,00 DM
Doch diese Prämien hatten Folgen. Nach einem Bericht des Bauern Diekelmann alarmierten die Frisöre bei einem Brand nicht erst die Feuerwehr, sondern ihm nahestehende Bauer, die mit einer Spritze zur Brandstelle fuhren. Die Bauern leisteten sich Wettrennen nur des Geldes wegen. Dies hatte zur Folge, das die Wasserwagen oder Spritzen bei der Fahrt kaputt gingen, weil einfach rücksichtslos mit ihnen umgegangen wurde. Auch konnte es passieren das die Gerätschaften lange vor den Löschmannschaften eingetroffen sind, weil erst die Spritzen und Wasserwagen transportiert wurden und erst später der Mannschaftswagen eintraf.

 

Der Feuerschutz bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

Durch wiederholte Brände, die durch die Strohdächer auf den Häusern oft außer Kontrolle gerieten, wurde die Provinzialregierung Pommern und die Generalstadthalter dazu veranlasst, das Löschwesen in kleineren Städten durch bestimmte Ordnungen zu regeln.
So ist für die Stadt Grimmen die Feuerordnung im Jahre 1779 entstanden.
In dieser wurde festgelegt:

a) Umgang mit Feuer sowie brennbaren Materialien
Der Hausbesitzer sollte verantwortlich mit Feuer umgehen und seinen Mitbewohnern ein Vorbild sein. Jeden Tag war er dafür zuständig alle Feuerstellen vor seiner Nachtruhe zu kontrollieren und alle Brandgefahren zu beseitigen. Es war bei Strafe verboten, Tabak in brennbaren Umgebungen zu rauchen Noch härtere Strafen bekamen die, die bei offenem Feuer mit brennbaren Materialien w.z.B. Heu arbeiteten.
Alles, was durch verantwortungslosem Handeln zu einem Brand führen konnte, war verboten. Außerdem musste man dem Magistrat jedes Fehlverhalten der anderen Mitbürger melde.

b) Festlegung zur Bauausführung der Wohnstätten
Bei dem Bau eins Hauses musste darauf geachtet werden, dass es ein massives Dach besitzt. Außerdem musste auf jedem Haus die Strohdächer durch massive Dächer ersetzt werden. Es war Pflicht einen gemauerten Schornstein zu besitzen, der durch ausgebildete Maurer errichtet wurde. Dieser musste zweimal im Jahr von einem amtlichen Schornsteinfeger gereinigt werden.
Jedes Haus musste über dir einfachst Feuerlöschtechnik verfügen, damit Entstehungsbrände wirksamer bekämpft werden konnten.
dazu gehörten Wassereimer, Leitern, Feuerhaken und Äxte. Das Vorhandensein dieser Geräte sollte zweimal im Jahr vom Magistrat kontrolliert werden.

c) Verhalten bei Anspruch eines Brandes und Organisation der Brandbekämpfung
Sollte trotz aller vorbeugenden Maßnahmen ein brand vorkommen, sollte man schnell seinen Nachbarn alarmieren, damit er die Feuerglocke läutet. Beim ertönen dieses Feuersignals waren die Einwohner dazu verpflicht die Fensterläden zu öffnen und das Haus zu erleuchten, besonders die Vorderfront.
Die Bewohner, die an den Enden der Gassen wohnten, mussten die Straßenrinnen verstopfen, um das Ansammeln von Wasser zu begünstigen. Alle Pferde der Stadt mussten zum Wassertransportbereitgestellt werden. Die Maurer und Zimmerleute hatten sich mit Äxten und Hämmern an der Brandstelle einzufinden.

 

Die Freiwillige Feuerwehr während der Zeit des Faschismus

Mit der Machtübernahme Hitlers wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren dem Charakter des faschistischen Systems umgestaltet. So war die erste Maßnahme für die Grimmener Feuerwehr die Neufassung ihrer Satzung, was noch im Jahre 1933 geschah.
Es durften nur noch die Bürger Mitglied werden, "die dem nationalsozialistischem Land treu und arischer Abstammung sind. Auch der Eid, den die Feuerwehrleute abzulegen hatten, wurde der politischen Situation entsprechend umgefasst:
"Ich gelobe, im Sinne des nationalsozialistischen Staates meinem Führer gehorsam und meinen Kameraden ein teuerer Kamerad zu sein, meine freiwillig übernommenen Pflichten pünktlich und gewissenhaft zu erfüllen, und mich als freiwilliger Feuerwehrmann unter Einsatz meiner ganzen Kraft bereit zu halten - Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr".
Die neue Satzung hatte auch Veränderungen der Struktur mit sich gebracht. Die Leitung übernahm der Führerrat mit dem Wehrführer an der Spitze. Ihm gehörten außerdem an:
Ein Stellvertreter des Wehrführers, ein Schriftwart, ein Kassenwart, ein Gerätewart sowie die Führer der Löschzüge und Abteilungen. Zu ihren Aufgaben gehörten die Aufstellung des Jahreshaushaltsplanes, die Jahresabrechnung sowie die Erarbeitung der Dienstpläne und der Dienstvorschriften. Das beschließende Organ der Feuerwehr war die Mitgliederversammlung, die sich aus den übrigen Mitgliedern zusammensetzte. Ab dem Jahre 1933 gab es für passive Mitglieder, die die Feuerwehr mit finanzierten, kein Recht mehr auf Mitgliedschaft. Dies machte sich in der Wehrkasse bemerkbar. Es wurde außerdem eine Altersabteilung gegründet, in der jedes Wehrmitglied aufgenommen wurde, welches 60 war. So schieden diese automatisch aus dem aktiven Dienst aus. Bis zum Jahre 1938 wurden für den operativen Dienst drei Löschzüge und zwei Halblöschzüge aufgebaut.
Leider ist dokumentarisch nichts über die Dienstorganisation, ihre Wirksamkeit bei der Brandbekämpfung oder über eventuelle Höhepunkte im Leben der Wehr während der Zeit des Faschismus überliefert.
Unmittelbar vor dem Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Organisation des Feuerlöschwesens von den Nazis durch ein Gesetz vom 23. November 1938 für das gesamte deutsche Reich neu geregelt. In den größeren Gemeinden sowie den kleinen und mittleren Städten wurden die Freiwilligen Feuerwehren in " Feuerlöschpolizei" umbenannt. Über den Zeitraum ihrer Existenz bis 1945 fehlen jedoch jegliche Angaben.

 

Vom schweren Neubeginn

Kurz vor dem Kriegsende herrschte überall ein totales Chaos. Auch die Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr organisiert. Fast die gesamte mobile Löschtechnik wurde entweder zur Flucht benutzt oder anderweitig unkontrolliert fortgeschafft. So waren einige unvollständige Löschgeräte, keinerlei Vorspannfahrzeuge, ein stark dezimierter und auseinandergefallener Mannschaftsbestand das Erbe, das der Faschismus auf dem Gebiet der Brandschutzwesen hinterlassen hatte. Obwohl nach dem Krieg für jeden die Lebensaufgabe bestand, die Existenz seiner Person und die seiner Familie zu sichern, fanden sich bereits 1945 Männer, die das Brandschutzwesen in Grimmen wieder aufbauten. Große verdienste um die Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Grimmen erwarb sich der Kamerad Hans Diekelmann. Durch ihn formierte sich in relativ kurzer Zeit ein Löschzug. Schnell schlossen sich auch noch mehr Kameraden an, sodass noch im Jahre 1945 der Personalbestand auf 25 Mitglieder erhöhte. Mit viel Arbeit versuchten diese Männer, die Feuerlöschtechnik der Stadt Grimmen wieder einsatzfähig zu machen. Mit der Übergabe einer Tragkraftspritze durch die rote Armee im Jahre 1947 wurde die Arbeit der Wehr in der Folgezeit etwas erleichtert. Für ihren Transport stellte der Wehrführer Hans Diekelmann sein eigenes Pferdegespann mit wagen zur Verfügung. Im Jahre 1948 erhielt die Freiwillige Feuerwehr ihr erstes Löschfahrzeug. Für die Unterbringung der Ausrüstungsgegenstände der Wehr wurde das Gerätehaus in der Norderhinterstraße weiterhin genutzt.

 

Die Entstehung und Entwicklung der Berufsfeuerwehr Grimmen

In Grimmen vollzog sich der Übergang von der freiwilligen Feuerwehr zur Berufsfeuerwehr am 1. Juni 1949. Sie bestand insgesamt sieben Jahre. Im Jahre 1956 wurde das
Brandschutzwesen der Stadt erneut in die Hände der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. Da während dieser Zeit des Bestehens der Berufsfeuerwehr wesentliche Voraussetzungen für den späteren Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr geschaffen wurden, ist ihre geleistete Arbeit in enger Beziehung mit der Gesamtentwicklung der Freiwilligen Feuerwehr zu sehen.

Mit dem Ziel, die Voraussetzungen zur Gewährleistung des Brandschutzes und der Brandbekämpfung entscheidend zu verbessern, wurde auf Anordnung der sowjetischen Militäradministration mit des Jahres 1949 in den Kreisstädten mit der Bildung von Kreislöscheinheiten begonnen. Sie trugen den Charakter von Berufsfeuerwehren und entwickelten sich auch.
Unter der Bezeichnung Kreislöscheinheit arbeitete die Berufsfeuerwehr drei Monate lang.. Am 1. September wurde sie in "Kommando Feuerwehr" unbenannt.
Eine für ihre Entwicklung bedeutungsvollere stattliche Maßnahme war der Zusammenschluss von Volkpolizei am 1. Mai 1950.Da mit der Gründung der Berufsfeuerwehr der Personalbestand der Freiwilligen Feuerwehr fast vollständig in ihrer Reihen überwechselte, konnten somit auch die Feuerlöschtechnik und das Gerätehaus mitübernommen werden. Bis Mitte des Jahres 1950 wurden der Wehr folgende Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände übergeben:
.....1 offenes Löschfahrzeug Typ " Daimler Benz Gackenau"
.....1 Löschfahrzeug LF 15 Typ "Opel 3,6"
.....1 PKW Typ "Tempo"
.....1 Motorrad Typ "Jap Adi"
.....1 Hydrantenwagen sowie Schiebeleitern, Haken, Steckleitern
Das Gerätehaus in der Norderhinterstraße war für diese Gerätschaften bald zu klein und so wurde noch im Jahre 1950 damit angefangen, ein Gerätehaus in der Dr.-K.-Fischerstraße zu bauen. Die Fertigstellung erfolgte dann am 3. Januar 1952. Außerdem wurde 1952 eine zentrale städtische Feuermeldeanlage installiert. Grimmen hatte so in relativ kurzer Zeit ein technisches Niveau erreicht, das für viele Städte bespielgebend war. Damit der Brandschutz aber noch sicherer wurde, mussten nun die Offiziere und Feuerwehrmänner an den oft vernachlässigten Ausbildungen und Schulungen teilnehmen, damit ihr Wissen und Können zielstrebig und systematisch aufgebaut wird. Zur weiteren Erhöhung der physischen Kräfte gewann Anfang der 50er Jahre in den Feuerwehren , der Feuerwehrkampfsport immer mehr an Bedeutung. Auch wurde die Öffentlichkeitsarbeit nicht vernachlässigt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kam es darauf an, gegenüber der Bevölkerung aufklärend und erzieherisch wirksam zu werden, um sie mehr als bisher zum brandschutzgerechten Verhalten zu befähigen. Über die Arbeit mit Wandzeitungen und Schaufenstergestaltungen wurde versucht, die breite Masse der Bevölkerung anzusprechen. Ab 1953 stellten die jährlich durchgeführten Brandschutzwochen einen Höhepunkt in der Öffentlichkeitsarbeit dar. Großen Andrang fanden hier die auf dem Marktplatz gezeigten Schauübungen und die durch die Feuerwehr gestalteten Ausstellungszelte. Außerdem wurde der Nachwuchsgewinnung immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, sodass 1952 eine Jugendlöschgruppe gebildet wurde.
Die Auflösung der Berufsfeuerwehr geschah im Jahre 1956 und basierte auf einem zentralen Beschluss des Organs Feuerwehr des Ministeriums des Innern.

 

Die Neuformierung der Freiwilligen Feuerwehr

In Grimmen vollzog sich der Übergang von der Berufsfeuerwehr zur Freiwilligen Feuerwehr nicht schlagartig. Bereits im Jahre 1955 wurde mit ihrem personellen Wiederaufbau begonnen. Bis zum Ende des Jahres konnten 15 Bürger für eine Mitwirkung in der wehr gewonnen werden. Am 1. März 1956 nahm die Freiwillige Feuerwehr ihre Arbeit auf unter der Leitung des Kameraden Wieting und Praekel. Sie bestand zu diesem Zeitpunkt aus drei Löschtruppen. Um den Mangel des theoretischen Wissen so schnell wie möglich zu beseitigen, wurde jede Gruppe für die Dauer von einer Woche einer Intensivausbildung unterzogen. Natürlich waren auch danach die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Feuerwehrmänner noch nicht soweit geschult und gefestigt, dass von jeder Gruppe selbstständiges und eigenverantwortliches handeln bei der Bewältigung der verschiedensten aufgaben abverlangt werden konnte. Aus diesem Grunde wurde jede Wachschicht auch weiterhin von einem Gruppenführer und einem Maschinisten der in grimmen verbliebenden Abteilung der Berufsfeuerwehr betreut. Anfang des Jahres 1957 stellte der Kamerad Wieting den Antrag, ihn von der Funktion des Wehrleiters aus gesundheitlichen und Altersgründen zu entbinden. Als sein Nachfolger wurde der Kamerad Praekel zum neuen Wehrleiter berufen. Ein Höhepunkt besonderer Art des Jahres 1957 waren die Feierlichkeiten der Stadt Grimmen anlässlich ihres Heimatfestes. Aktiv wirkten hierbei die Kameraden Der freiwilligen Feuerwehr beim Festumzug mit. In der Folgezeit bis etwa 1960 war zu verzeichnen, dass die Mitgliederzahl in der Feuerwehr Grimmen rapide zurückging und deshalb die Normbesetzung der Fahrzeuge nicht mehr gewährleistet werden konnte. Derartige Zustände waren nicht zu dulden, zumal sich gerade in dieser Zeit in Grimmen immer mehr Industriegebiete ansiedelten und somit die Anforderungen an die Gewährleistung des Brandschutzes und seiner wirksamen Brandbekämpfung sich ständig vergrößerten. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wurde versucht, Werktätige für die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zu finden. Einige Mechaniker von damals fanden auch den Weg in die Feuerwehr. Trotz der Unterbesetzung ließen sich die Mitglieder nicht entmutigen für die Öffentlichkeit zu arbeiten und so entstand mit mühevoller Arbeit im Schlamm der heutige Schwanenteich. Im Jahre 1960 gelang es der Freiwilligen Feuerwehr gelang es den Kameraden der Feuerwehr unter selbstlosem Einsatz den Großbrand in der größten Getreidemühle unter Kontrolle zu bringen.
Die Funktion des Wehrleiters der freiwilligen Feuerwehr Grimmen wurde mit Wirkung vom 15.8.1964 dem Kameraden Hans Clasen übertragen.

von 1964- jetzt wird folgen

 

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